Lexikon

Dismantling-Studie

Oft bestehen Therapien und Interventionen aus mehreren Komponenten. Ziel einer Dismantling-Studie (zu deutsch: Demontagestudie, auch oft Komponentenstudie genannt) ist es, die Komponenten zu identifizieren, die wichtig für den Therapieerfolg sind und sie von denen zu trennen, die überflüssig sind. Dismantling-Studien wollen daher die Frage beantworten: „Welche Teile dieser Therapie/Intervention sind effektiv?“

Der Name Dismantling-Studie ist dementsprechend gut gewählt, denn eine Dismantling-Studie zerlegt eine Therapieform in ihre einzelnen Komponenten und untersucht ihren Einfluss. In einer Dismantling-Studie wird das Treatment untersucht, indem einzelne Komponenten der Therapie entfernt werden und die Effektivität nach dem Entfernen erneut bestimmt wird. Auf diese Weise kann bestimmt werden, wie groß der Einfluss der entfernten Komponente für den gesamten Therapieerfolg war.

Dismantling-Studien werden meist im gesundheitlichen, klinischen und medizinischen Rahmen eingesetzt. Der Nachteil bei einer Dismantling-Studie ist, dass nicht jede Therapie oder Intervention in einzelne Komponenten unterteilt werden kann (Basham, 1986). In der Psychologie trifft dies vor allem auf non-behaviourale und non-kognitive Therapieformen zu. In einem solchen Fall sollten andere Studiendesigns vorgezogen werden, darunter Additive Comparison Design oder ein Catalytic Design.

Ein weiterer Nachteil von Dismantling-Studien ist, dass sie nicht Effekte durch die Interaktion, Verstärkung oder Reihenfolge von Therapiekomponenten berücksichtigen (Cautin & Lilienfeld, 2015). Cautin & Lilienfeld (2015) beschreiben hier Möglichkeiten, mit diesen Problemen umzugehen.

Literaturverzeichnis

  1. Basham, R. B. (1986). Scientific and practical advantages of comparative design in psychotherapy outcome research. Journal of Consulting and Clinical Psychology, 54(1), 88.
  2. Cautin, R. & Lilienfeld, S. (2015). The encyclopedia of clinical psychology. Chichester, West Sussex Malden, MA: John Wiley and Sons, Inc.