Lexikon

Standard Gamble

Standard Gamble ein Verfahren, das vor allen Dingen im klinischen und gesundheitsbezogenen Rahmen Einsatz findet. Es wird eingesetzt, um Entscheidungen von Patienten zu analysieren und Gesundheitsprogramme zu evaluieren. Bei der Analyse von Entscheidungen von Patienten kann es sowohl für chronische als auch für temporäre Erkrankungen verwendet werden.

Beim klassischen Standard Gamble werden dem Probanden zwei Alternativen präsentiert:

  1. In der ersten Alternative wird der Proband vor die Wahl gestellt, weiter mit seiner aktuellen Krankheit für t Jahre zu leben. Hierbei erfolgt keine Behandlung irgendeiner Art.
  2. In der zweiten Alternative wird der Proband behandelt. Das Resultat dieser Behandlung sind wieder zwei Alternativen: entweder der Proband ist mit einer Wahrscheinlichkeit von p völlig gesund, oder er stirbt mit einer Wahrscheinlichkeit von (1−p) sofort.

Die Wahrscheinlichkeit p wird dabei so lange variiert bis der Proband unsicher ist, welche der beiden Alternativen eher präferiert.

Ein p-Wert von eins würde dabei eine gesunde Person charakterisieren, während ein p-Wert von null für eine tote Person zutreffen würde.

Während sich gezeigt hat, dass Standard Gamble eine hohe Reliabilität besitzt (Froberg & Kane, 1989), sollte es nicht für alle Situationen eingesetzt werden und hat auch Schwächen. Vor allen Dingen vernachlässigt die Methode zeitliche Faktoren. Veränderungen über die Zeit hinweg geben eher eine Änderung der individuellen Präferenz eines Patienten bezüglich seiner oder ihrer Gesundheit an, als eine wirkliche Änderung des tatsächlichen Gesundheitszustands.

Literaturverzeichnis / Literaturempfehlungen

  1. Froberg, D. G., & Kane, R. L. (1989). Methodology for measuring health-state preferences–II: Scaling methods. Journal of clinical epidemiology, 42(5), 459–471.
  2. Gafni, A. (1994). The standard gamble method: what is being measured and how it is interpreted. Health services research, 29(2), 207–224.